Am 20. Januar wurde ich zur Präsidentin des Parlaments von Köniz fürs Jahr 2012 gewählt. Ich freue mich auf dieses Jahr! Anlässlich der ersten Parlamentssitzung hält die Präsidentin eine Antrittsrede. Und das waren meine Worte:
Liebe Kolleginnen und Kollegen im Parlament, Gemeinderat
Liebe Gäste – Familie, Freunde
Es freut mich sehr, heute dieses Amt als Parlamentspräsidentin anzutreten. Es ist eine grosse Ehre, aber auch eine Verantwortung, die ich gerne annehme. Es ist schön, dass heute Abend nebst dem Parlament auch soviele Gäste den Weg hier ins Gemeindehaus gefunden haben. Meine älteste Tochter sagt diesem Haus übrigens das „Bundeshaus“ von Köniz.
Zwar machen wir hier in Köniz „nur“ Gemeindepolitik – und trotzdem strahlt ein Teil dieser Politik weit über die Gemeindegrenzen hinaus. Die Auszeichnung mit dem Wakkerpreis 2012 zeigt dies wunderschön.
Wir sehen: gute Politik hat keine (klaren) Grenzen. Politisches Denken darf nicht an der Gemeindegrenzen aufhören. Und bei Politik dürfen und müssen alle mitmachen.
Das Element Feuer begleitet uns heute Abend. Beim Eingang haben Sie grosse Kerzen gesehen und hier stehen feuerrote Blumen. Gerne hätte ich auch ein Lagerfeuer gemacht, aber der Hauswart war nicht einverstanden.
Liebe Parlamentarier: Wer Politik macht, braucht so etwas wie ein inneres Feuer. Eine innere Begeisterung, die einen nicht aufgeben lässt, auch wenn man nicht beim ersten Mal erfolgreich ist.
Es gibt verschiedene Arten, zu politisieren. Manche tun’s mit einer Stichflamme und lösen damit einen Flächenbrand aus, andere kochen ihre Geschäfte lieber lange über kleiner Flamme bis dass sie gar sind.
Wie auch immer wir Politik machen: Ziel muss sein, dass wir als Gemeinde vorwärts kommen. Dass es in dieser Gemeinde allen, und nicht nur ein paar wenigen wohl ist und sie gut leben. Köniz ist eine schöne Gemeinde. Es soll aber auch eine gute Gemeinde sein. Wir alle tragen die Verantwortung, dass wir dieses „gute Feuer“ nicht ausgehen lassen, dass uns bis hierher gebracht hat.
Feuer kann auch zerstören. In der Politik bedeutet das, dass wir Lösungen finden müssen, die nicht nur wenigen, sondern allen nützen. Und wir müssen uns fragen: Nützen unsere Entscheide auch den Generationen nach uns noch?
Und deshalb liegt mir auch die Bildungs- und Familienpolitik am Herzen. Was wir heute bei Kindern und Jugendlichen sparen, kommt auf uns zurück. Das bedeutet nicht, dass Ausgaben in diesen Bereichen per se nicht hinterfragt werden müssen. Das müssen sie sehr wohl. Es auch hier wichtige und weniger wichtige Anliegen. Wir müssen meines Erachtens das Geld dort einsetzen, wo möglichst viele davon profitieren. Und zwar nicht nur direkt, sondern auch indirekt.
Aktiv Politik zu machen, bedeutet aber auch, die Begeisterung dafür weiterzugeben. Es bedeutet auch, dass wir diese Begeisterung weitergeben. Wir müssen Augen und Ohren offenhalten, wir müssen zuhören und erklären.
Denn alleine, nur als Parlament kommen wir nicht zu den guten Lösungen. Dazu braucht es die Verwaltung, den Gemeinderat, die Parteien, die Familien, die Bevölkerung, eigentlich alle. Und genau dies ist mir in diesem Jahr ein Anliegen: Zusammen müssen wir Lösungen finden. Zusammen müssen wir dieses gute Feuer in Köniz nicht ausgehen lassen.
Ihr habt es vielleicht bereits in der Zeitung gelesen: Der Stadtrat von Bern lädt uns am 29. März ein an seine Sitzung ein. Das sind keine Fusionsverhandlungen, wie böse Zungen bereits behaupten, sondern soll ein ganz simples Kennenlernen sein. Nur wer sich kennt, kann auch gemeinsam Lösungen finden.
Ich freue mich auf ein farbiges Jahr mit euch, eines mit flammenden Voten und feurigen Diskussion und Lösungen, die das das gute Feuer nicht ausgehen lassen.