Meine Kandidatur für eine weitere Amtszeit

Zum Start meiner Wahlkampagne Ende Januar lud ich die Medien zu einer Busfahrt auf der Linie 29 ein. Als die verschärften Massnahmen des Bundesrates wenige Tage vor dem Medientermin in Kraft traten, galt es, einmal tief durchzuatmen und Plan B aus der Schublade zu ziehen. So wurde es eine online-Medienkonferenz mit einer virtuellen Busfahrt. Dank einem Sondereinsatz meines Wahlteams  (inkl. Probedurchfahrt!) konnten wir am Datum festhalten. Rückblickend kann ich festhalten: Es lohnte sich, neue Wege zu beschreiten, es waren kurzweilige 45 Minuten.

Der 29er Bus führt von Niederwangen bis Wabern. Mit Ausnahme der oberen Gemeinde, wovon man nur einen kurzen Blick erhascht, bietet die Fahrt einen guten Gesamteindruck von Köniz. Und auf dieser Fahrt liess sich auch gut aufzeigen, was mich in den drei vergangenen Jahren als Gemeindepräsidentin beschäftigte und wo ich in Zukunft meine Schwerpunkte setzen will.

Mir war es wichtig, meine Wahlkampagne in Niederwangen zu beginnen. Niederwangen fristet ein etwas undankbares Dasein. Oft wird von den ländlichen und den urbanen Ortsteilen gesprochen – Niederwangen befindet sich da irgendwie dazwischen.

Die Linie 29 führt auch an der Swisscom vorbei. Die angespannte Finanzlage beschäftigt mich seit meinem Amtsantritt 2018. Der Wegzug der Swisscom und damit die Einbusse von gut 3 Mio Steuereinnahmen waren ein sehr schwieriger Moment der letzten Legislatur. Ich musste zur Kenntnis nehmen, dass wir als Standortgemeinde bei den Entscheiden grosser Konzerne nur eine sehr untergeordnete Rolle spielen und unser Einfluss entsprechend gering ist. Das oberste Ziel der kommenden Legislatur muss nun darin bestehen, die Gemeindefinanzen wieder in sicherere Gewässer zu steuern. Dazu wird allerdings ein Gemeinschaftswerk aller beteiligter Akteure notwendig sein.

Ein grosses Anliegen ist mir die innere Verdichtung. Innere Verdichtung bedeutet für mich nicht, dass alle urbanen Ortsteile auf Biegen und Brechen verbaut werden sollen, sondern es soll dort gebaut werden, wo die Orte gut erschlossen und die Wege kurz sind, wo beispielsweise der Lebensmittelladen oder die Arztpraxis mit dem Fahrrad oder zu Fuss erreicht werden können. Zurzeit geschieht dies im Zentrum von Köniz und am Thomasweg im Liebefeld. Hier können wir heute die Weichen für die Zukunft stellen.

Ich stehe für eine zukunftsgerichtete und umweltschonende Mobilität ein. Wir müssen die Grundlagen schaffen, damit Strecken mit dem richtigen Verkehrsmittel und im richtigen Tempo zurückgelegt werden können – sei dies zu Fuss, mit dem Velo, dem öV und wo nötig mit dem Auto. Um dies zu ermöglichen, müssen die 30er Zonen ausgebaut werden, so wie dies als nächster Schritt in der Stapfenstrasse geplant ist. Wir müssen auch in einem grossen Zeithorizont denken, wie dies nun bei der Metro Nord-Süd geschieht. Sehr grosse Projekte brauchen Jahrzehnte der Planung.

Den Herausforderungen der Klimaerwärmung müssen wir uns jetzt stellen. Auch die Gemeinde kann ihren Teil dazu beitrage: Bei den eigenen Gebäuden braucht es die richtigen Heizungen und die richtige Bauweise; im alltäglichen Verbrauch muss die E-Mobilität gefördert und insgesamt die Zahl der Fahrten weiter reduziert werden. Die Gemeinde soll aber auch die Privaten unterstützen und sensibilisieren.

Die Gewährleistung der Chancengleichheit im Bildungswesen stand schon zu meiner Zeit als Parlamentarierin auf meiner Agenda und sie tut es weiterhin. Aus meiner Sicht machen wir es uns zu einfach, wenn wir davon ausgehen, dass die preislich teuerste Variante das Beste für alle sei. Viel wichtiger ist, dass das Angebot allen Zugang zur bestmöglichen Ausbildung bietet. Dies gilt für die Schulzeit (die eigentliche Bildung), aber auch bei der familienergänzenden Kinderbetreuung. Meines Erachtens ist die Ganztagesschule das Modell der Zukunft und ich verfolge das Pilotprojekt in Wabern sehr interessiert.

Und last but not least: Es geht mir in den kommenden Monaten meiner Wahlkampagne nicht darum, in einem Wahl»kampf» Schlagabtäusche oder gar Schlachten gegen meine Kontrahenten zu gewinnen. Der Gemeinderat funktioniert als Gremium und das hat für mich auch in diesem Jahr oberste Priorität.

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