Der richtige Moment für eine altbekannte Vision

Als Ben Cohen und Jerry Greenfield 1978 ihr Unternehmen Ben & Jerry’s gründeten, hatten sie eine Vision: «Making the best possible ice cream, in the nicest possible way.»

Weniger prosaisch, doch für die Region Bern zukunftsweisend ist die Vision aus den 1990er-Jahren, der wir neuen Schub verliehen, als ich mich vor knapp zwei Monaten gemeinsam mit meinem Gemeinderatskollegen Christian Burren (SVP), dem Berner Stadtpräsidenten Alec von Graffenried (GFL) und dem Ittiger Gemeindepräsidenten Marco Rupp (BVI) öffentlich für die Verlängerung der RBS-Linie nach Schwarzenburg einsetzte. Der Neubau des RBS-Bahnhofs bietet die Chance, den Süden von Bern zu erschliessen und mit dem Norden zu verbinden. Das Komitee der Metro Nord-Süd findet den Zeitpunkt richtig, um die Verlängerung der RBS-Linie als langfristige Lösung insbesondere auch des Könizer Verkehrsproblems neu zu lancieren.

Die Aufnahme war positiv und erhält nun weiteren Zuspruch: Der Kanton präsentierte kürzlich die Zweckmässigkeitsbeurteilung (ZMP) (Link) zur Erschliessung des Inselareals. Diese kommt zum Schluss: Längerfristig braucht es ein Tram oder eine RBS-Verlängerung, um mit der stetig und massiv steigenden ÖV-Nachfrage, die das Insel-Areal generiert, Schritt halten zu können. Uwe E. Jocham (Direktionspräsident der Inselgruppe) favorisiert dabei eine U-Bahn-Station Insel des RBS: „Ein Premium-Anschluss für den Premium-Standort“, so seine Worte (Link)

Auch als neulich die BLS kommunizierte (Link) , dass auf der Strecke Bern-Schwarzenburg wieder die einstöckigen Züge eingesetzt werden, da die Strecke für die Doppelstöcker zu steil und somit doch zu gefährlich sei, werteten die Medien dies als positives Signal für die Metro Nord-Süd.

Die Vorteile für Köniz liegen auf der Hand, denn die Buslinie 10 zwischen Bern und Köniz ist heute eine der meistbelasteten Buslinien der Region Bern. Selbst die nun geplanten Doppelgelenk-Elektrobusse bieten ab 2024 nur eine mittelfristige Lösung. Würde die Metro bis nach Liebefeld unter dem Boden verkehren, ergäben sich für Köniz klare Vorteile: keine Bahnübergänge auf wichtigen Verkehrsadern und eine schnelle Verbindung mitten in den neuen Bahnhof Bern.

Eine Vision sei wie ein Nordstern, sie weise den Weg – habe ich mal irgendwo gelesen. Die Verwirklichung der Metro Nord-Süd liegt noch in weiter Ferne, doch mehren sich die Zeichen, dass einiges für eine unterirdische RBS-Verbindung zwischen Bern via Inselspital ins Liebefeld und einer (oberirdischen) Weiterführung nach Köniz resp. Schwarzenburg spricht und die vom Komitee eingeschlagene Richtung stimmt. Oder um nochmals bei Ben & Jerry’s abzukupfern: «Making the best possible…»

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.